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Es werden Posts vom 2018 angezeigt.

Die Unruhe des Geistes

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Unser Geist ist in ständiger Bewegung, ob wir das wollen oder nicht. Gedanken, Sorgen, Ängste, Bilder, Erinnerungen, Ideen tauchen auf, treiben im Geist ihr Unwesen und verabschieden sich früher oder später, jedoch oftmals nur um neuen Impulsen Platz zu machen. Vergleichbar ist das mit der „brownschen Bewegung“ in der Biologie, die nach dem schottischen Botaniker Robert Brown benannt wird, der diese im 19. Jahrhundert entdeckt hatte. Es handelt sich dabei um unregelmässige und ruckartige Bewegung mikroskopisch beobachtbarer Teilchen in Flüssigkeiten und Gasen. Diese Bewegungen sind wärmeabhängig; d.h. je wärmer die Umgebung ist, desto heftiger bewegen sich die Teilchen. Genauso ist das auch mit den Bewegungen im Geist: Je angespannter, aufgeregter, „erhitzter“ oder alarmierter wir sind, desto schneller und intensiver ist die innere Unruhe des Geistes. Das kann so weit gehen, dass wir unsere Konzentrationsfähigkeit verlieren, dass wir innerlich nicht mehr zur Ruhe kommen und schon gar n…
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Auf den Körper hören: Der KörperdialogWenn ich dich frage: „Wie geht’s dir?“ wirst du vermutlich sagen: „gut“. Dein Nachbar wird auch sagen: „gut“. Geht’s dem Nachbar genau gleich wie dir? Vermutlich nicht, obschon der das selbe Wort verwendet, wie du. Dieses Beispiel zeigt, dass die Sprache immer sehr vereinfachend ist, denn das was in dir abläuft ist wesentlich komplexer, als dass es sich wirklich genau in Sprache ausdrücken lässt. Das beste Beispiel ist, wenn du jemanden liebst: „Ich liebe dich“... ist viel zu banal, um wirklich auszudrücken, was genau bei dir abgeht. Aus unserer Sicht ist der Körper ein gutes, intuitives Resonanzfeld, welches mit dem Leben mitschwingt und eigentlich genau „weiss“ was wir brauchen, was uns gut tut, was uns fehlt und letztlich was unser Wachstum unterstützt. Daneben gibt uns der Körper auch im Alltag Signale, die wir häufig gar nicht richtig wahrnehmen, bis sie unübersehbar werden und nicht mehr einfach verdrängt werden können. Aber auch wenn wir sie b…

Spiritualität in der therapeutischen Praxis

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Spiritualität übersetze ich gerne mit Vertrauen und Glauben.
Aus der Systemtheorie wissen wir, dass Vertrauen die Komplexität reduziert.

Dazu ein Beispiel:
Die Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen ist eigentlich unendlich komplex, wir sprechen von "dynamisch hochkomplex", weil es beim Einzelnen und zwischen den beiden unzählbare, sich ständig verändernde Rückkoppelungen gibt. (Genaueres dazu in meinem Buch: Ayurvedische Psychologie, 2010, Windpferd Verlag, Oberstdorf). Solange zwischen den Personen Vertrauen herrscht, ist es eigentlich ganz einfach, miteinander auszukommen und Projekte aller Art erfolgreich durchzuführen. Sobald jedoch das Vertrauen zerstört ist, wird es in der Regel praktisch unmöglich, miteinander etwas Gescheites anzufangen.

Was ich jetzt an einem Beispiel aufgezeigt habe, spielt sich in einer Partnerschaft, in der Familie in der Unternehmensführung, in der Politik, beim Zusammenarbeiten, im sportlichen Zusammenwirken eines Teams ab: Fehlt das Vertr…

Mach deinen Job!

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Mach deinen Job! Dies ist für mich die Hauptaussage der Bhagavad Gita, wo Krishna, der Wagenführer, Arjuna dem jungen Prinzen, der in die Schlacht ziehen will und nun plötzlich Zweifel an seiner Absicht hegt, in einem langen Zwiegespräch über die yogische Philosophie, seinem Schützling klar macht, dass er seine Aufgabe zu erfüllen hat. Er ist in der Kaste der Krieger geboren, also ist der Schutz seines Volks, die Wiederherstellung von Gerechtigkeit seine Aufgabe, die er zu erfüllen hat. Was sagt uns diese Geschichte hier und heute? Sie sagt: „Mach deinen Job!“ Es ist nicht die Frage, ob ich etwas gern mache oder nicht. Dinge, für die ich geboren und zuständig bin, müssen getan, Situationen, die sich mir präsentieren, müssen bewältigt werden. Wofür bin ich eigentlich geboren? Biologisch gesehen, um zu überleben. Die Veden geben mir auf diese Frage eine interessantere, differenziertere Antwort: Ich bin geboren um zu wachsen, denn Wachstum ist ein Gesetz der Natur. Alles was lebt wächst.…

Spiritualität und spirituelle Methoden in der ayurvedischen Psychologie und im Yoga

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Ayurvedische Psychologie, die Verbindung von Yoga und Ayurveda
Hinter jeder Psychologie steht eine Philosophie, ein Menschenbild, welches den psychologischen Theorien eine bestimmte Ausrichtung gibt.
Sagt beispielsweise die Philosophie: „Der Mensch ist im Grunde seines Wesens böse“, entsteht aus dieser grundlegenden Annahme eine völlig andere Psychologie, als wenn die Philosophie sagt: „Im Grunde seines Wesens ist der Mensch gut“: Die Philosophie die hinter der ayurvedischen Psychologie steht, ist die vedische Philosophie. Das sind Elemente des Samkhia, der Vedanta und vor allem des Yoga, welche alle davon aus gehen, dass die Seele aller Lebewesen göttlich, vollkommen, unveränderbar und passiv sei. Dadurch sind auch alle Lebewesen in ihrer Göttlichkeit miteinander verbunden, da sie denselben Kern haben. Beim Yoga geht es darum, durch acht Stufen der Selbstverwirklichung den spirituellen Weg zu gehen. Ayurveda befasst sich mit der Gesundheit von Lebewesen aus einer ganzheitlichen Sicht, in…

Instabilität und Bewegung ist im Wesen des Lebendigen

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Beim Bau dieses "Steinmännchens" durfte ich Stabilitäten ausprobieren, ganz fein neue Balancen schaffen. Zudem musste ich den Mut und das Vertrauen haben, die Steine auch mal loszulassen, um die Balance wirken zu lassen. Schliesslich wird ein Windstoss oder eine Erschütterung kommen, welche die gewonnene Balance zerstört, was mir die Möglichkeit bietet, wieder etwas Neues entstehen zu lassen. So ist das Leben.

Zu meinen, Balance bedeute Stabilität, zu hoffen, diese Stabilität halte auf immer und ewig, ist eine Täuschung, denn Instabilität und Bewegung ist im Wesen des Lebendigen. Nur so kann Entwicklung und Wachstum stattfinden.

Alles was geschieht greift die Stabilität an, zerstört sie und gibt uns die Chance, uns neu zu organisieren, wieder in Balance zu kommen - in eine neue Balance, denn es hat sich ja etwas verändert. Und so sind wir in einem ständigen Entwicklungsprozess, wenn wir bereit sind die eingefahrenen Stabilitäten bewusst aufzugeben.

Durch inneren Frieden, Beharr…

Was unterscheidet mich von meinem Auto?

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Was unterscheidet mich von meinem Auto?
Im Leben ist Freiheit, ist Intelligenz. Im Toten ist alles festgelegt und keine Freiheit möglich, weil keine Intelligenz drin ist. (Swami Vivekananda: „Vedanta. Der Ozean der Weisheit“)